Netzwerk Gegen Gewalt - Ein Offenes WikiWeb - Jeder kann sich beteiligen!

Konflikte

Veränderung (letzte Änderung) (Autor, Normalansicht)

Verändert: 10c10
= https://www.managementcircle.de/blog/konflikte-loesen.html


Konflikte    

Aspekte einer Theorie und Praxis im Kontext Politischer Bildung    

Günther Dichatschek

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Konflikte   
Aspekte einer Theorie und Praxis im Kontext Politischer Bildung   
1 Einleitung   
1.1 Konflikt - Meinungsverschiedenheit   
1.2 Konflikttypen   
1.3 Konfliktlösungen   
2 Harvard - Konzept zur Verhandlungsführung   
2.1 Konfliktlösung   
2.2 Konfliktmanagement   

1 Einleitung    

Konflikte lösen zu können, ist als Führungskraft heute eine der wichtigsten Führungskompetenzen. Insbesondere dort, wo enge Teamarbeit und gegenseitige Abhängigkeit den Arbeitsalltag prägen, steht der Umgang mit Konflikten meist schnell an der Tagesordnung.

Eine offene Kritik am Verhalten als Vorgesetzter, eine Beschwerde zu einem bestimmten Vorgehen der Geschäftsleitung oder sogar eine üble Nachrede über Kollegen, schon ist der Konflikt da. Andere Mitarbeiter entscheiden sich wiederum in Konfliktsituationen dazu, ihren Frust herunterzuschlucken, ebenfalls schwierig.

  • Konfrontationen verändern das Wollen. So kommt es häufig dazu, dass Mitarbeiter lediglich ihre Interessen durchsetzen möchten und die Gegenseite komplett ignorieren.
  • Konflikte verändern auch das Gefühlsleben. In Konfliktsituationen pendeln Mitarbeiter ständig zwischen Ablehnung und Verständnis, bis sich ein meist negatives Gefühl festsetzt, aus dem sie sich nur schwer lösen können.
  • Durch diese beiden Veränderungen ist unsere menschliche Wahrnehmung getrübt. Die Sicht auf die Dinge wird im Konfliktfall immer schmaler und einseitiger.
  • Auch das Denken sowie die Entscheidungsmöglichkeiten sind verzerrt.
Bei so einem Chaos fällt es schwer, mit Konflikten richtig umzugehen. Daher sollte, bevor Sie die Konfliktsituation lösen und ein klärendes Gespräch führen, immer etwas Zeit vergehen, damit die Probleme mit einem kühlen Kopf betrachtet werden können.

1.1 Konflikt - Meinungsverschiedenheit    

Konflikte sind nicht gleich Meinungsverschiedenheiten. Vielmehr unterscheiden Sie sich.

  • In Konflikten geht es um emotionale Entladung, Sieg und Niederlage.
  • In Meinungsverschiedenheiten versucht man, mit Argumenten einen Sachverhalt aufzulösen oder ein Ziel zu verhandeln.
Das Ziel eines guten Konfliktmanagements ist es, Konflikte in Meinungsverschiedenheiten zu transformieren, sodass Emotionen an Bedeutung verlieren, auf sachlicher Ebene verhandelt wird und die Meinungsverschiedenheiten sich lösen lassen.

Um einen Konflikt lösen zu können, muss man sich erst fragen, wie entstehen Konflikte. Denn Konflikt ist nicht gleich Konflikt, es gibt verschiedene Konflikttypen.

1.2 Konflikttypen    

  • Beziehungskonflikte - Manchmal trifft man auf Menschen, die man einfach nicht leiden kann. Sie sind uns nicht sympathisch, auch wenn wir diese Abneigung nicht immer begründen können. Ist diese Grundhaltung erstmal da, kann es schnell passieren, dass Konflikte entstehen.
  • Kommunikationskonflikte - Bei der Kommunikation kann es immer zu einem Konflikt zwischen Sender und Empfänger kommen. Das Gesagte wird anders aufgenommen als gemeint und negativ interpretiert. Durch nonverbale Kommunikation (Mimik und Gestik) können Missverständnisse einerseits aufgeklärt aber auch verstärkt werden. Gerade in Zeiten von virtuellem Arbeiten können Kommunikationskonflikte schnell entstehen, da die Kommunikation verzerrt wird.
  • Rollenkonflikte - Jeder Mensch nimmt unterschiedliche Rollen im Alltag ein, je nachdem in welchem Umfeld er sich gerade befindet. An diese Rollen sind unterschiedliche Erwartungen geknüpft, die aber nicht unbedingt mit den eigenen Erwartungen übereinstimmen müssen. Aus diesem Grund kann es zu einem Rollenkonflikt kommen.
  • Machtkonflikte - Besonders in der Arbeitswelt, wo es Hierarchien gibt, können Machtkonflikte entstehen – zum Beispiel, wenn zwei Abteilungen zusammengelegt werden und beide Abteilungsleiter zu keiner Einigung kommen, was die Führung angeht.
Die Ursache, warum ein Mitarbeiter Widerstand leistet, der zu einem Konflikt führt, liegt meist in der persönlichen Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation oder auch eine Veränderung. Wenn sich liebgewonnene Gewohnheiten plötzlich ändern, sind Konflikte meist vorprogrammiert. Damit einhergehen kann auch die Angst vor dem Unbekannten.

Die Ursachen für Konflikte sind vielfältig und nicht immer vorauszusehen.

1.3 Konfliktlösungen    

Wenn man einen Konflikt lösen soll, ergeben sich Schritte zur Konfliktlösung.

  • Konfliktgespräche mit Mitarbeitern vereinbaren - Man spricht den Konfliktpartner an und bittet um ein Vier - Augen -Gespräch. Man legt einen Termin fest, an dem man in Ruhe über das Problem sich unterhalten kann.
  • Konfliktgespräch vorbereiten - Wenn man das Konfliktgespräch vorbereitet, geht es um die folgenden Fragen.
Worum geht es in diesem Konflikt?

Wo liegen die Ursachen?

Wer ist bis jetzt an diesem Konflikt beteiligt?

Wie ist dieser bisher verlaufen?

Welchen Anteil haben Sie an der Aufrechterhaltung oder gar Verstärkung des Konflikts?

Was wollen Sie ansprechen und welche Ziele verfolgen Sie mit dem Gespräch?

  • Wahrnehmung mitteilen - Konflikte sollen konstruktiv gelöst werden und die persönliche Ebene vermieden werden. Am besten ist es, wenn man beim Lösen von Konflikten in „Ich - Botschaften“ sprechen kann und dem Gegenüber die eigene Wahrnehmung mitteilen.
  • Situation überprüfen - Wenn man Konfliktgespräche führt, sollten immer wieder die eigenen Interpretationen überprüft werden.
  • Gefühle mitteilen - Dem Konfliktpartner deutlich machen, wie man sich fühlt.
  • Absichten aufzeigen - Erklärt werden sollte zum Ende des Gesprächs die Absicht.
  • Lösungsvorschläge unterbreiten - Man mache deutlich, was sich durch die Klärung ändern soll und nenne konkrete Vorschläge.
2 Harvard - Konzept zur Verhandlungsführung    

Das sogenannte Harvard - Konzept wurde vor über 20 Jahren von den beiden Professoren Roger Fisher und William Ury an der Harvard Universität im Rahmen des „Harvard Negotiation Projects“ entwickelt. Die Idee des damaligen Projekts war es, die Methoden des Verhandelns und Vermittelns zu untersuchen und wirkungsvolle Techniken für die Verhandlungsführung zu generieren.

Das vorrangige Ziel sollte es dabei sein, eine friedliche Einigung in Konfliktsituationen herbeizuführen, mit der alle Beteiligten gut leben können – im Klartext, die bekannte Win - Win - Situation für alle Seiten zu schaffen.

In der Verhandlung nach dem Harvard-Konzept? muss man im Grunde genommen nur dafür sorgen, dass die folgenden vier Bedingungen erfüllt werden. Dann steht Konfliktlösungen nichts im Wege.

2.1 Konfliktlösung    

* Man trennt die Person und Sache klar voneinander ab. Es sollte das Problem nicht mit persönlichen Aspekten vermischt und dadurch falsche Schlussfolgerungen gezogen werden. Man versucht einen vorurteilsfreien und wertschätzenden Umgang miteinander. Im Vordergrund stehen nicht Positionen, sondern nur Interessen.

  • Man denke daran, dass es bei der Suche nach einer Konfliktlösung nicht darum geht, einen Gewinner und einen Verlierer zu definieren. Vielmehr sollte man, versuchen die Interessen von beiden Seiten in Einklang zu bringen.
  • Versuche man nicht, nach der einzig wahren Lösung zu suchen. Das beeinträchtigt die Kreativität und damit auch die Entwicklung von Alternativen. Suche man mit dem Gesprächspartner zum Beispiel nach Gemeinsamkeiten in den Interessen oder mache man ein Brainstorming, um zusammen alternative Entscheidungsmöglichkeiten zu entwickeln.
  • Lege man objektive Kriterien fest, um das Verhandlungsergebnis messen zu können. Nur so könne man die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten neutral und sinnvoll bewerten, um dann eine Entscheidung zu treffen, mit der alle zufrieden sind.
  • Ein Alleingang oder Rachefeldzug lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Versuche man es lieber mit der „Win - Win -Situation“, um Konfliktlösungen leichter und zufriedenstellend herbeizuführen.
2.2 Konfliktmanagement    

Damit es gar nicht erst zu lästigen Konfliktsituationen kommt und man einen Streit lösen muss, kann man vorbeugen.

Positive Formulierungen tragen zu einer positiven Stimmung bei. Man kennt den Spruch vom halb vollen und vom halb leeren Glas. Halb volle Gläser sind nun einmal besser als halb leere Gläser. Deshalb führen positive Formulierungen unbewusst zu positiven Gefühlen.

Konfliktkompetenz und Konfliktmanagement sind wie ein Muskel und kann man trainieren.

  • Einen Konflikt zu lösen, gehört zu den zentralen Führungskompetenzen, weil ungelöste Konflikte Leistung, Motivation und Zusammenarbeit beeinträchtigen und eine professionelle Konfliktlösung Stabilität und Produktivität im Team sichert.
  • Konflikte lösen häufig Ursachen wie unklare Rollen, Kommunikationsprobleme, persönliche Antipathien, Machtfragen oder Veränderungen aus, die Unsicherheit erzeugen und Widerstände im Arbeitsalltag verstärken.
  • Führungskräfte sollten eine Konfliktsituation lösen, sobald Leistungsabfall, Spannungen oder Rückzug sichtbar werden, um Eskalationen zu verhindern und frühzeitig konstruktive Lösungen zu ermöglichen.
  • Konflikte am Arbeitsplatz lösen Sie durch frühzeitige Klärung, strukturierte Konfliktgespräche mit Mitarbeitern und sachliche Kommunikation. Ziel ist es, Emotionen zu reduzieren, Interessen offenzulegen und gemeinsam tragfähige Konfliktlösungen zu entwickeln.
  • Konflikte im Team lassen sich am besten lösen, indem Führungskräfte moderierend eingreifen, unterschiedliche Sichtweisen transparent machen und klare Vereinbarungen treffen, die Zusammenarbeit und Vertrauen nachhaltig stärken.
  • Konflikte in der Kommunikation löst man, indem Missverständnisse geklärt werden, Interpretationen überprüft und bewusst präzise sowie wertschätzend formuliert werden. Verzerrungen in der Wahrnehmung sind zu vermeiden.
  • Konflikte lösen Sie gewaltfrei durch Ich - Botschaften, aktives Zuhören und Respekt. Diese Form der Konfliktlösung vermeidet Eskalation und schafft eine konstruktive Gesprächsbasis auf Augenhöhe.
  • Konflikte mit der Harvard - Methode löst man, indem man Person und Sache trennt, Interessen statt Positionen betrachtet und auf objektiver Basis eine Win - Win - Lösung für alle Beteiligten entwickelt.
  • Gefühle beeinflussen maßgeblich, da sie Wahrnehmung und Denken verzerren. Erst das bewusste Ansprechen von Emotionen schafft Klarheit und öffnet den Weg für sachliche Lösungen.
  • Langfristig kann man Konflikte lösen und vermeiden durch klare Kommunikation, positive Formulierungen und regelmäßigen Austausch, der Vertrauen stärkt und potenzielle Konfliktursachen frühzeitig entschärft.
IT - Hinweis

https://www.managementcircle.de/blog/konflikte-loesen.html (25.3.2026)

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 25. März 2026