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Bildungsreform / Anmerkungen HL

in Arbeit (geplanter Arbeitszeitraum: 1.-28.2.2021). HelmutLeitner 1. Februar 2021 10:06 CET ˧

Eine Diskussion ist jederzeit möglich und erwünscht. Siehe Abschnitt Diskussion. ˧

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Notizen   
Diskussion   
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Notizen    

  • Kontext Bezugnahme auf die Seiten: ˧
  • Verwendete Perspektiven: ˧
    • Systemtheorie(n) ˧
    • Mustertheorie ˧
    • Projektmanagement bzw. allgemeine Strategie ˧
  • Ziele können sein: ˧
    • eine ganzheitliche Betrachtung mit ˧
      • Integration verschiedener Standpunkte zB von Kritikern ˧
      • Füllung von Leerstellen, die noch nicht angesprochen wurden ˧
    • eine Hinwendung zur Konkretisierung ˧
      • ev. als Repertoir möglicher Maßnahmen ˧
      • ev. als Empfehlung einer Auswahl von Maßnahmen, ev. auch mit Begründungen dazu ˧
  • Ausgangspunkte ˧
    • Es geht um die/eine Bildungsreform_in_Österreich ˧
      • die von einer Vielzahl kritischer Stimmen als notwendig und überfällig erachtet wird ˧
      • imho vor allem eine Reform der voruniversitären Bildung, im Kern der Schulbildung ˧
    • Ich erinnere den obersten Schulpsychologen der Steiermark in einem öffentlichen Vortrag (paraphrasiert) "das Schulsystem hat sich in den vergangenen 50 Jahren nicht [wesentlich] verändert und es wird sich auch in den nächsten 50 Jahren nicht verändern". Diese pessimistische Äußerung spiegelt die Frustration vieler, die sich um Reformen bemühen, kann aber nicht als Schlussstrich unter Reformbemühungen hingenommen werden. ˧
  • Fragen: ˧
    • Warum gilt das österreichische Bildungssystem als reformbedürftig? ˧
      • Im internationalen Vergleich schneidet das österreichische Bildungssystem nicht gut ab. ˧
        • Das ÖBS gilt als überdurchschnittlich teuer ˧
        • Der Output des ÖBS gilt allenfalls als durchschnittlich. zB PISA-Test, Universitäten-Rankings, ... ˧
        • Die Zufriedenheit der Stakeholder mit dem Bildungssystem ist gering. ˧
        • Warum ist ein Mittelmaß-Staat wie Österreich nicht mit einem mittelmäßigen Bildungssystem zufrieden? ˧
      • Ist das gerechtfertigt oder gibt es verborgene Qualitäten? ˧
        • Das gelebte Ideal einer nicht-total-zweck-und-wirtschaftsorientierten Allgemeinbildung? ˧
        • Die hohe Qualität der Lehrenden trotz teilweise widriger Bedingungen? ˧
        • Die reale Konkurrenzfähigkeit der meisten öffentlichen Schulen und Universitäten in Ö gegenüber Privat-Schulen und Privat-Universitäten? ˧
    • Warum ist es so schwierig, das österreichische Bildungssystem zu verändern? ˧
      • Das ÖBS ist sehr hierarchisch organisiert und bürokratisiert. Hierarchie und Bürokratie sind inherent veränderungs- und innovationshemmend. Sie gehen einher mit einer eifersüchtigen Wahrung von Zuständigkeiten bzw Kompetenzen in "Revieren", sowie damit einhergehender Abwehr von Selbst-Reflexion/Eigen-Initiative und Außen-Kritik/Partizipation, zB vor allem durch Intransparenz. ˧
      • Das ÖBS ist seit jeher ein Feld der der Auseinandersetzung zwischen den politischen Parteien, vor allem rot/schwarz, egal ob es um dabei Postenbesetzungen oder verpolitisierte Themen wie die Gesamtschule geht. ˧
      • Es gibt eine oft hemmende Verschränkung von Landes- und Bundeskompetenzen und -interessen. Entscheidungen werden schwieriger, oft kommt es zu Patt-Situationen bzw. zur Stagnation von Entwicklungen. Selbst bei sachlicher Einigung bleibt zusätzlich die Finanzierungsteilung zu verhandeln. ˧
      • Dieses Proporzhandeln verdoppelt sich in den rot/schwarzen Lehrervertretungen/Gewerkschaften, die primär den Status-Quo (besitzstandswahrend) verteidigen. Dabei gilt weder die Qualität der Arbeitsumgebung, noch eine partizipativ-demokratische Athmosphäre als Verhandlungsziel. Gleichzeitig muss jede andere Form einer sachbezogen-kooperativen Lehrerorganisation zum feindlichen Konkurrenten werden. ˧
      • Akteure mit mangelnder Innovationsfähigkeit sehen Verbesserungsmöglichkeiten primär nur durch Budgeterhöhungen bzw Kosteneinsparungen, also nur auf einer monetären Ebene. ˧
    • Was ist eigentlich Bildung? ˧
      • Bildung gehört zu jenen Begriffen, die keine eindeutige Definition haben. (wie zB auch Liebe, Freiheit, Leben). Jede Kurzdefinition greift auch zu kurz. ˧
      • Das Wort Bildung hat in verschiedenen Kontexten verschiedene Bedeutungen: ˧
        • (1) Bildung ... (wie in Bildungs-System oder Schul-Bildung) ... ein Oberbegriff/Hüllbegriff für alles, was mit einem vermitteltem Lernen zu tun hat; in Schule oder Familie, von Büchern, Lehrern oder anderen Personen. Ergänzend: Lernen direkt am Gegenstand wäre experimentell und forscherisch, oder mit sich selbst als Gegenstand: Selbsterfahrung. ˧
        • (2) Bildung ... (wie in Allgemein-Bildung oder Weiter-Bildung, Aus-Bildung, Fach-Bildung) ... bezieht sich auf eine Topologie bzw. Wissens-/Bildungs-/Landkarte, mit Bereichen, Fachgebieten oder Themen. ˧
        • (3) Bildung ... (wie in Allgemein-Bildung oder Menschen-Bildung oder "ein gebildeter Mensch") ... bezieht sich auf ein (humanistisches) Bildungs-Ideal. Ein Bildungs-Ideal ist wahrscheinlich ein "moving target" (ein bewegliches Ziel), abhängig vom Kulturraum und der historischen Zeit, und relativ zu einer raum-zeitlich-wahrgenommenen "Durchschnitts-Bildung. ˧
        • (4) Bildung ... (im Kontext eines Werte-Angebots, wie in "ein ungebildeter Mensch", "bildungs-nahe") ... bezieht sich auf eine Bildungsorientierung, auf Bildung als einem der zentralen Werte, bzw. das Gegenteil der Geringschätzung von Bildung. Was ist (mir, dir) wichtiger im Leben: Wohlstand oder Bildung (als persönliches Ziel, als Mittel zum sozialen Aufstieg). Bildung als Meta-Wert (Über Bildung zu Wohlstand? Über Bildung zur Gesundheit? Über Bildung zum Glück?). Bildungserwerb als Resilienz-Strategie. Der mündige Bürger als resonanter Staatsbürger, als Träger von Demokratie. ... ˧
        • ... ˧
    • Könnte man in Österreich von anderen Ländern in Bezug auf das Bildungssystem lernen? ˧
      • Als Kandidaten bieten sich die Länder des nordeuropäisch-skandinavischen Kulturkreises an. ˧
      • Auch manche Elemente des anglo-amerikanischen Kulturkreises sollten in Betracht gezogen werden. ˧
    • Wie hält es das österreichische Bildungssystem mit der Demokratie? ˧
      • Sich mit Demokratie auskennen, als Pfeiler der politischen Bildung? ˧
      • Gelebte Demokratie im Bildungssystem? ˧
      • Lernt man an der Schule Demokratie? Wird man zum mündigen Bürger erzogen? An den Universitäten? ˧
    • Welche Spuren der historischen Vergangenheit äußern sich in Stärken und Schwächen des österreichischen Bildungssystems? ˧
      • Österreich als Rest des (katholischen) Habsburger-Reiches und Schmelztiegel kultureller-genetischer-etnischer Vielfalt. ˧
  • Reform(ation) ˧
    • Eine große Reform erscheint dann notwendig, wenn eine normale kontinuierliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum nicht stattgefunden hat. Warum? Etwas blockiert die Entwicklung. Man kann auch von einem Reformstau sprechen. Es kann notwendig sein, Blockaden zu lösen, und eine normale Entwicklung, die laufend nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht, wieder in Gang zu bringen. ˧
  • Systemische Sichtweise ˧
    • Eine systemische Sichtweise (oder besser: systemische Sichtweisen) versucht, Probleme und Lösungen nicht nur aus einem linearen Ursache-Wirkungs-Denken heraus zu denken, sondern das gesamte Umfeld mit vielfältigen Wirkungszusammenhängen in die Überlegungen mit einzubeziehen. ˧
    • Eine Expertenperspektive ist ein wichtiger Beitrag zu einem systemischen Modell der Situation. Sie reicht aber nicht aus, weil die Expertensicht durch ihre Beschränkung auf ein Fachgebiet notwendig ein Teilwahrheit (eine "Halbwahrheit") bleiben muss. ˧
    • ... ˧
  • Mustertheoretische Sichtweise ˧
    • Mustertheorie geht von vorneherein davon aus, ˧
      • dass eine systemische Sicht nur durch eine Beteiligung aller Stakeholder-Gruppen zu erzielen ist. ˧
      • dass Entwicklung am besten in kleinen, überschaubaren, vorteilbringenden Schritten stattfindet. (die bei nicht erfüllten Erwartungen möglichst leicht rückgängig gemacht werden können) ˧
        • (das Gegenteil gilt oft für politisch umkämpfte Entwicklungen: Politiker wollen diese Schritte nicht objektiv evaluieren, sie so versteinern, dass sie keinesfalls rückgängig gemacht werden können - am besten gleich die zugehörigen Gesetze in den Verfassungsrang heben, so dass eine Rückänderung durch die notwendige 2/3-Mehrheit sehr erschwert wird, bei eigener 33+%-Parteigröße praktisch verunmöglicht wird). ˧
  • Themen/Stichworte des laufenden Veränderungs-Diskurses: ˧
    • Schulautonomie ˧
      • Es sollte darum gehen, dass jede Schule das Potenzial hätte, effizienter zu arbeiten, wenn ein Teil der Budget-und-Personal-Ressourcen bedarfs-bzw-problem-orientiert einsetzbar wären. ˧
    • Gesamtschule (der 10-14-jährigen) ˧
      • Es sollte darum gehen, dass Vor-Entscheidungen über die spätere Berufswahl der Heranwachsenden nicht zu früh – und damit notwendig über ihren Kopf hinweg – getroffen werden. ˧
    • Abbau von Lehrplan-Überfrachtungen (Entrümpelung) ˧
      • Es sollte darum gehen, dass man in der erheblichen Lebenszeit, die man in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen verbringt, das möglichst Wesentliche lernt. ˧
    • "Integration" (von Kindern, die früher in Sonder-Schulen gelandet wären) ˧
      • Damit entspricht man Wünschen der Eltern, die um die Chancen ihrer Kinder auf ein normales Berufsleben/Leben kämpfen. ˧
      • ... (positive menschliche und pädagogische Aspekte; große Probleme im effizienten Einsatz von Begleitlehrern) ˧
    • Leistungsbewertungs-Diskussion ˧
      • durch numerische Schulnoten und oder verbale Beurteilung ˧
  • Mögliche Themen: ˧
    • Anpassung des Bildungssystems an die Migrations-Realität ˧
      • ... (als Teilbereich der "Anpassung der Ö Gesellschaft an die Migrations-Realität") ˧
    • Produktivitätssteigerung im Bildungssystem zB durch "Digitalisierung und Neue Medien" ˧
      • zB die systematische Selektion und Verwendung von Erklärvideos aus dem Internet. ˧
      • zB die Übernahme zB der finnischen Kommunikations- und Lernplattform für Lehrer, Schüler und Eltern. (die Entwicklung einer eigenen Platform wäre langwierig und scheitert erfahrungsgemäß an der IT-Inkompetenz der staatlichen Verantwortungsträger in Ö – siehe zuletzt das Debakel rund um das "Kaufhaus Österreich" – und ist daher nicht empfehlenswert) ˧
      • zB Zusammenarbeit mit Herstellern von Fremdsprach-Lernsoftware-Herstellern (wie zB Babbel) ˧
        • ... für das Home-Schooling ˧
        • ... für den Deutsch-Erwerb von Migrant*innen in deren Herkunftssprachen (in Zusammenarbeit mit DE und CH) ˧
    • Head-to-Tail-Ratio des Bildungssystems ˧
      • Transparente Vollkostenrechnung für das Bildungssystem, kritische Betrachtung der Aufwendungen für Verwaltung im Verhältnis zu den Aufwendungen für die Ausbildung der Lehrenden und den Lehrbetrieb. Dauerauftrag zur Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten zur Produktivitätssteigerung. ˧
    • Überarbeitung des Fächerkanons ˧
      • zB MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften = Physik + Chemie, Technik) ˧
      • zB Diversifizierung und Modularisierung des Fremdsprachen-Angebots ˧
      • zB Umwandlung des geplanten Ethik-Unterrichts in einen Friedens-Unterricht ˧
    • Überarbeitung des Inhaltskanons ˧
      • zB bessere Berücksichtigung und Attraktivierung der Politischen Bildung ˧
      • zB Gesundheits-Bildung ˧
        • Zivilisationskrankheiten-Prävention, Einblicke in Lebensstil-Konsequenzen ˧
      • zB Wirtschafts-Bildung/Geld-Kompetenzen (als Teil der Allgemeinbildung) ˧
        • Zins-Effekte verstehen, Konsumenten-Rechte und Konsumentenschutz, Grundzüge von Vertragskompetenzen, Schuldenfallen erkennen, ... ˧
      • zB Berufskunde/Berufsorientierung (als Teil der Vorbereitung für Vorentscheidungen zur Berufswahl) ˧
    • Überarbeitung der Schul-Architektur-Konzepte ˧
      • Flexiblere Raumkonzepte, die neue Lernszenarien ermöglichen und erleichtern ˧
      • Kleinräumigere Lehrer-Büros (Abschaffung von Konferenzzimmern), die einen normale "Arbeit in der Schule" ermöglichen. ˧
        • Beobachtung: Seit Jahrzehnten leben Lehrer*innen in Ö in einer implizit erzwungenen und unbezahlten Home-Office-Situation. ˧
      • Zusätzliche Raum-Angebote, die ein Ganztages-Leben in der Schule zulassen (Theater - auch als Forum; Werkstätten - zB Tischlern, 3D-Druck; Schul-Gärtnerei; Schul-Küche; Medien-Labor) und die ein Stück von der Vielfalt des Lebens in die Schule holen und Wechselseitigkeit mit anderen Kommunalen Gruppen/Infrastrukturen zulassen. ˧
    • Anpassung des ÖBS an die besondere (geographische, topologische, wirtschaftliche, historische) Situation Österreichs? ˧
      • Ö als rohstoffarmes Land mit Bildung (gebildeten Bürgern) als wichtiger Ressource (wir sollten tatsächlich anstreben, Bildungsweltmeister zu werden!) ˧
      • Ö als Tourismusland, großes Potenzial für Syngergien ˧
        • Landschaft (kleinräumig-vielfältig, biobäuerliche statt industrielle Landwirtschaft). Schwerpunkt Umwelt-Wissenschaft, System-Wissenschaft ˧
        • Kulturell (Musik, Habsburger, Katholisch-Christlich, Erinnerungs-Kultur, Lebendige Gegenwarts-Kultur, Beiträge zur Weltkultur: Freud, Popper, ...) ˧
        • Gesundheit (körperlich und geistig/seelisch, Burnout-Prävention, Mental-Training). ˧
        • Sport (große Potenziale, Sportstätten, Sport-Events, "Red Bull"). ˧
        • Sicherheit / Frieden ˧
        • Bildung(sangebote) ˧
          • high level: Tourismusschulen, Musikakademien ˧
      • Ö als Lebensqualität-reiches Land. ˧
        • optimaler Standort für internationale Elite-Institutionen ˧
        • optimaler Standort für Spitzen-Medizin ˧
      • Ö als internationaler Kooperationspartner ˧
        • klein - neutral - kommunikativ - ungefährlich ˧
  • Gefahren / Probleme: ˧
    • Langfristige Bildungs-Investitionen unattraktiv für mittelfristige Politik-Wahlhorizonte ˧
      • Sachliche Änderungen am Bildungssystem bringen erst langfristig konkret evaluierbare Vorteile, die nicht mehr einzelnen Politikern oder Parteien – und sicher nicht bis zum nächsten Wahltermin – durch die Wähler honoriert werden. Damit gehören sachliche Bildungsreformen für Politiker mit zu den unattraktivsten Möglichkeiten sich zu engagieren. (In Staaten bei denen die Schulen im Aufgabenbereich der Kommunen liegen, ist das anders, weil die Qualität des Bildungsangebots bei konkurrierenden Kommunen einen wesentlicher Faktor für die Ansiedelung von Unternehmen und den Zuzug bildungsorientierter Bürger darstellen) ˧
    • Etiketten-Schwindel ˧
      • Beispiel "Neue Mittelschule". Eine kostspielige Qualitätserhöhung im Versuchsstadium wird im Realbetrieb ausgehöhlt. Soziale Probleme zwischen unterschiedlich hoch qualifizierten (formal ≠ informell) und unterschiedlich bezahlten Lehrer*innen wurden nicht berücksichtigt. ˧
    • Die Großmann-Sucht der Politik in Ö ˧
      • es genügt einer österreichischen Entwicklungsperspektive nicht, sich aus einem mäßigen Mittelfeld eine positive Entwicklung einzuleiten, man will dann gleich zB Bildungs-Weltmeister werden (ohne aber die notwendigen Voraussetzungen zu haben oder zu schaffen). Durch den zugrundeliegenden Realitätsverlust entgleisen notwendig alle Maßnahmen. ˧
    • Sonder-Budgets als Schein-Problemlösungen ˧
      • für die Lösung eines Bildungsproblems braucht es dann zB eine "Bildungsmilliarde", egal welche Währung, egal welcher Zeitraum. Offenbar bedarf es keiner Kalkulation, denn würde man irgendwelche Maßnahmen konkret kalkulieren, müsste ja eine konkrete Zahl (wie zB 850 Mio oder 1150 Mio) und keine symbolische Zahl herauskommen, müsste man ja wissen welcher konkreten Aufgabe man sich stellt. ˧
    • Experten-Kommissionen ˧
      • eine Anzahl von Fachperspektiven ergeben normalerweise in Summe keine ganzheitliche Perspektive (in der einfachsten Form sind die Expertenempfehlungen abgelöst von der Wirtschaftlichkeit oder der politischen Machbarkeit; dann landen sie in der Schublade und helfen nicht viel) ˧
      • Experten sind oft Diener ihrer zahlenden Auftraggeber bzw. entsendenden Institutionen und vertreten deren Interessen oft in unnachgiebiger Form (weil sie keinen Konsens-Spielraum mitbekommen haben). Ev. vorteilhafter sind Bürgerräte, die von Experten beraten werden, denn sie zeigen überraschend viel praktische Vernunft verbunden mit Konsensbereitschaft. ˧
      • Orakel-von-Delphi-Problem: Experten äußern sich vorzugsweise so, dass man Ihnen im Nachhinein keinen Fehler nachweisen kann (aber nicht notwendig in einer für die Zielsetzung nützlichen Weise; dh zB dass zwar die Maßnahmen sinnvoll sein können aber nicht finanzierbar sind oder andere bessere Alternativen nicht einbezogen werden) ˧
Grobe Schichten-Struktur des Bildungssystems in Österreich, Zuordnung von «Themen»: ˧
  • "basaler" Bildungssektor/bereich: Kindergarten, Vorschule ˧
    • «Ausdehnung der Kindergarten/Vorschul-Pflicht (bedeutet auch gratis-)» ˧
    • «Akademisierung der Kindergartenpädagog*inn*en ja-oder-nein» ˧
  • primärer Bildungssektor/bereich: Volksschule ˧
    • «verlässliche Grundlagen Lesen/Schreiben/Rechnen» (transparenter Kampf gegen das Phänomen "funktioneller Analphabetismus") ˧
  • sekundärer Bildungssektor/bereich: ˧
      • «die tägliche Turnstunde ?» «das Rechte Maß bzw. die Balance zwischen körperlicher und geistiger Ertüchtigung» ˧
    • Unterstufe höherer Schulen - Hauptschule / Neue Mittelschule ˧
      • «Thema Gesamtschule» ˧
    • Oberstufe höherer Schulen, HTL, HAK etc. ˧
  • tertiärer Bildungssektor/bereich: Universitäten, Fachhochschulen, Akademien (Akademische Bildung) ˧
    • «Rückgewinnung der verloren gegangenen Freiheit der Forschung» ˧
    • «Ergänzung der vielen fehlenden Gestaltungs-Instituten/Fakultäten» ˧
      • zB "Friedenswissenschaft" ... viele Teilbereiche ˧
      • zB "Storytelling" Literatur, Filmemachen, Medienproduktion ˧
    • «Ergänzung anderer fehlenden Instituten/Fakultäten» ˧
      • zB "Islamische Theologie" ˧
        • für die Ausbildung österreichischer Islam-Lehrer ˧
        • für die Entwicklung eines europäischen Islam, der zB mit demokratischen Rechtssystemen und der Gleichberechtigung der Frau kompatibel ist ˧
  • quartärer Bildungssektor/bereich: Weiterbildung, Erwachsenenbildung, 2. Bildungsweg ˧
    • «Lebenslanges/begleitendes Lernen als strategische Ausrichtung ernsthaft verfolgen und finanzieren» ˧
    • «Stadt- und Gemeinde-Bibliotheken auch als virtuelle Zugangs-, Lern- und Begegnungsorte ausstatten und betreiben» ˧
  • "ganzheitlicher" Bildungssektor/bereich ˧
    • «Virtualisierung aller Bildungsinhalte soweit sinnvoll möglich» ˧
      • «Alle Schulbücher/Lehrbücher/Materialien auf DVD/Bluray und zum Download» ˧
      • «Zunehmend alle Lektionen und Ergänzungen als Erklärvideos und "Virtuelle Lektionen"» ˧
      • «Gameification - Virtuelle Lektionen werden durch Elemente von Computerspielen attrakiver gestaltet» ˧
    • «Evaluierungsmaßstäbe für Bildungsinhalte zulassen, ihre Hervorbringung fördern, sie anwenden» «Kritik von Außen zulassen» ˧
Knackpunkte: ˧
  • Vision einer "Neuen Schule" bzw. "Neuen Universität" bzw. "Neuer Bildungseinrichtungen", die für die nächsten Jahrzehnte tragfähig ist ˧
    • Vorgaben für Architektur / Infrastruktur / IT müssen sich ändern, für ein erhöhtes und flexibleres Raumangebot, langfristiges Erneuerungsprogramm (von der "Lernkaserne" zur "Lerngärtnerei/Lernwerkstatt") ˧
    • Die (Bildungs-)macht muss entpolitisiert werden und zunehmend vom (Bildungs-)Volk ausgehen. Demokratisierung der Bildung und Bildungsinhalte. Mehr Einfluss der Lehrer*innen auf das Gesamtgeschehen. Mehr echte Schulautonomie. Mehr preisgünstiges oder spezialisiertes Support-Personal (Sekretärinnen, Schulpsychologen, Erzieher/Lernbetreuer, Trainer, ...). ˧
    • Selbstbild von Lehrer*innen muss sich ändern: normale 8-h-Arbeitstage in der Schule - HomeOffice? als Pandemie-Ausnahme, lebenslanges Weiterqualifizieren (um neue Fächer, neue Inhalte zu ermöglichen; um eine lernende Gesellschaft zu ermöglichen) ˧
    • Internet-Plattformen/Gemeinschaften für den Erfahrungsaustausch von Schulen/Bildungseinrichtungen/Lehrpersonal. Lernen in lebendiger Vielfalt muss das Konzept einer zentralgesteuerten industriellen Bildung ablösen, damit Raum entsteht für die Begeisterung der Lehrenden und Lernenden für ihre Gegenstände, als fruchtbarer Humus-Boden in dem Kreativität und Innovationen wachsen können. ˧
    • Objektivierung und Modularisierung von Wissen/Kompetenzen/Fähigkeiten. Evaluierung ohne Taboos. Multiple Bedarfsorientierung (Bedarf der Menschen, der Wirtschaft, der Gesellschaft, ...). ˧
Diskussion    

 
© die jeweiligen Autoren zuletzt geändert am 16. März 2021